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2. Wiedergeboren in einem Dungeon

Dr. Eisenstadt öffnete die Augen. Schmerz durchzuckte seinen Körper, und Übelkeit stieg in ihm auf. Er versuchte, sich zu bewegen, aber seine Gliedmaßen waren schwer und unbeweglich. Benommen blinzelte er in das schwache Licht, das den Raum erhellte.

Wo war er? Was war passiert? Die Erinnerungen an die Explosion im Labor waren verschwommen, wie ein Traum, der sich im Nebel der Vergessenheit auflöste. Er versuchte, sich aufzurichten, aber stechende Schmerzen überall in seinem Körper zwang ihn zurück auf den kalten Steinboden.

Seine Augen gewöhnten sich allmählich an die Dunkelheit. Er sah, dass er sich in einem kargen, düsteren Raum befand. Grob behauene Steinwände umschlossen ihn, und der einzige Lichtschein kam von einer Fackel, die an der Wand flackerte.
Ein beklemmendes Gefühl der Isolation und Furcht stieg in ihm auf.

War er etwa gefangen in einem Kerker? Verschwunden in einem anderen Universum, abgeschnitten von seiner Welt? In einem fremden Körper?
Fragen hämmerten in seinem Kopf.
Was ist mit dem Quantenpartikelraumextraktor passiert? Wo sind die Wesen aus der Quantenwelt?

Ein schwacher Hoffnungsschimmer keimte in ihm auf. Die Wesen hatten ihm versprochen zu helfen. Vielleicht gab es doch einen Weg zurück in seine eigene Welt, zu seinem alten Leben als Wissenschaftler.

Dr. Eisenstadt biss die Zähne zusammen. Er würde sich nicht aufgeben. Er würde einen Weg finden, aus diesem Gefängnis zu entkommen und die Rätsel zu lösen, die ihn umgaben. Mit aller Kraft stemmte er sich gegen den Schmerz und versuchte, sich aufzurichten.

Er kroch auf allen vieren voran, seine Hände tasteten über den kalten Steinboden.
Die Fackel außerhalb der Zelle spendete nur wenig und stark flackerndes Licht.
Der Raum war groß, nass, schmutzig und leer.

Plötzlich stieß seine Hand gegen einen unüblich geformten Stein. Er hob ihn hoch und entdeckte im schwachen Licht der Fackel eine Inschrift. Seltsame Symbole, die er  kannte, waren in den Stein geritzt.

Die Symbole erinnerten ihn an ägyptische Hieroglyphen .
Der Schlüssel zu seiner alten Welt? Bedeutet dies, dass es einen Weg zurück in seine alte Welt gibt? Plötzlich schimmerte die Inschrift bläulich und der Stein fing an zu schweben. Vom schwebenden Stein kamen die vertrauten Stimmen der Quantenwesen.
“Du bist nun in der anderen Sub-Welt. Wir haben dich in diesen Körper geleitet. Ein Körper der kurz davor war zu sterben. Die vorherige Seele hat den Körper bereits verlassen. Dieser Körper ist sehr schwach. Du musst ihn schnell heilen, damit du leben kannst”.

Dr. Eisenstadt fühlte tatsächlich, dass er in seinem neu gewonnenen Körper nicht mehr lange bleiben wird, wenn er nicht bald medizinische Hilfe bekommen würde. Aber wer soll helfen? Er ist eingesperrt in einem Kerker. Und in welcher Epoche ist er hier überhaupt? Was, wenn es noch keine medizinische Versorgung gibt, waren seine Überlegungen.

“Du wirst dich selber heilen, Patrick”. Die Quantenwesen hörten seine Gedanken und antworteten direkt.
“Das ist ja beides sehr praktisch. Ihr könnt meine Gedanken lesen, und ich soll mich selbst heilen können… Aber wie soll das gehen, ohne medizinische Ausrüstung?” fragte Dr. Eisenstadt hustend und erschöpft.

“Konzentriere dich auf unser Licht. Konzentriere dich auf uns, auf unseren Quantenraum. Durchschreite diesen und finde dich dort selbst. Umhülle dich mit Energie und lasse alle Wunden schließen. Wunde für Wunde.

“Ich habe keine Ahnung was ihr damit mein, aber na schön. Ein Versuch ist es wert", murmelte Dr. Eisenstadt.

Er schloss die Augen. Seine Lider fühlten sich schwer an wie Blei. Sein Körper war ein einziger Schmerz, ein pulsierendes Inferno, das ihn zu zerreißen drohte. In seinem Kopf hämmerte es, und seine Gedanken wirbelten durcheinander wie Blätter im Sturm.

"Konzentriere dich auf unser Licht", flüsterten die Quantenwesen. "Konzentriere dich auf uns, auf unseren Quantenraum."

Dr. Eisenstadt versuchte, seinen Fokus zu finden. Er versuchte, den Stimmen zu folgen, den Schmerz zu vergessen. Er konzentrierte sich auf das schwache Licht, das von den Wesen ausging, ein sanftes Leuchten, das in seinen geschlossenen Augen tanzte.

"Durchschreite den Quantenraum", drangen die Stimmen in seinen Kopf. "Finde dich dort selbst. Umhülle dich mit Energie und lasse alle Wunden schließen.
Wunde für Wunde."

Mit letzter Kraft versuchte Dr. Eisenstadt, sich zu konzentrieren. Er bewegte sich in einem Raum, ein Raum voller Licht und Energie, voller Wärme und Geborgenheit.
Ein Raum, in dem er heil war, gesund und voller Kraft.

Langsam spürte er, wie sich etwas veränderte. Das Licht der Quantenwesen wurde heller, und die Stimmen wurden klarer. Es war, als würde er in einen Sog gezogen, in einen Strudel aus Licht und Energie.

Die Schmerzen in seinem Körper begannen zu verblassen. Die Wunden schlossen sich blau schimmernd, und die Kraft kehrte in seine Glieder zurück. Er spürte, wie sein Körper sich regenerierte, wie die Zellen sich erneuerten und die Verletzungen heilten.

Während der schwebende Stein sich begann aufzulösen, sprachen die Stimmen "Du hast es geschafft, du hast dich selbst geheilt."

Dr. Eisenstadt war überwältigt. Er konnte es nicht glauben. Er war geheilt, gesund und voller Kraft. Er öffnete die Augen und konnte nun auch besser und viel klarer sehen. 

"Danke", sagte er mit leiser Stimme. "Danke für eure Hilfe."

Die Quantenwesen lächelten. "Du hast es selbst geschafft. Du hast deine neue Kraft entdeckt."

Dr. Eisenstadt wusste, dass er sich nie wieder so fühlen würde wie zuvor. Er war verändert, geheilt, aber auch transformiert. Er hatte die Kraft der Quantenwelt entdeckt, und diese Kraft würde ihn vermutlich von nun an, und für immer begleiten.
Solange hat er geforscht, um die Quantenwelt zu entdecken. Und nun ist er selber Teil dieser Welt. “So habt ihr das also gemeint. Ich würde weiter forschen können, und wäre selber Teil meiner Forschung. Ich erforsche also von nun an mich selbst", sprach er vor sich hin, während er nach oben blickte mit einem emotionalen Lächeln. 
Die Quantenwesen antworteten nicht, da sie wussten, dass es keine Frage sondern eine Feststellung war.

“Wie komme ich nun aus dieser Gefängniszelle”, fragte er die Quantenwesen.
Die Quantenwesen antworteten mit einer Gegenfrage “wie willst du aus der Gefängniszelle? Du hast sehr viele Möglichkeiten dies zu tun”.

Dr. Eisenstadts Blicke schweiften ungläubig durch den Raum, suchend nach einer Möglichkeit, die Zelle zu verlassen. “Ich sehe keine Möglichkeit", rief er.
Die Quantenwesen waren kurz still, um ihn dann daran zu erinnern, dass es ja auch keine medizinische Versorgung gab.
Dr. Eisenstadt verstand nun, dass er wieder seine neu gewonnene Kraft verwenden musste. Er kann also mehr als nur sich selbst heilen? “Auf welche Art soll ich die Zellentür öffnen? Die Tür besteht scheinbar aus einfachen und unlegiertem Eisen”.
Dr. Eisenstadt rüttelte an der Tür. Vielleicht war Sie ja instabil. Aber nein. Sie war fest und bewegte sich keinen Zentimeter. Die Oberfläche war stark angerostet, vor allem die Scharniere. “Kann ich mit meiner neuen Kraft die Scharniere zertrümmern?” fragte er mit unsicherer Stimme. Die Quantenwesen antworteten mit einem schlichten “Ja”.

Dr. Eisenstadt konzentriert sich auf die Scharniere, und versuchte wieder die Quantenwelt in sich zu finden. Er spürte, wie die Energie durch seinen Körper strömte. Er ballte die Fäuste, und seine Muskeln spannten sich an. Er konzentrierte sich noch intensiver auf die rostigen Scharniere der Zellentür. Ihm kam eine klare Vorstellung, wie Energie aus der Quantenwelt auf die Scharniere hämmert, wie sie dann zerbröckeln, wie das Metall unter seiner Willenskraft zerbricht.

Er stieß einen leisen Schrei aus, und die Energie explodierte aus seinen Händen. Ein greller Blitzschlag durchzuckte den Raum, und ein ohrenbetäubender Knall hallte von den Wänden wider. Die Tür flog aus den Angeln und krachte mit einem schweren Scheppern auf den Boden.

Dr. Eisenstadt stand geblendet vom grellen Licht des Korridors da. Staub mit glitzernden Partikeln wirbelte in der Luft, und der Geruch von verbranntem Metall hing in seinen Nasenflügeln. Er trat beeindruckt aus der Zelle und blinzelte in die Helligkeit, um dann seine Hände zu inspizieren. Seine Hände waren durchzogen von blau schimmernden Äderchen, die langsam an Helligkeit verloren.

Vor ihm lag ein langer, karger Korridor. An den Wänden waren Fackeln die den Weg besser beleuchteten als die Gefängniszelle, und in der Ferne hörte er Stimmen mit einer ihm unbekannten Sprache. Dr. Eisenstadt wusste, dass er nicht lange zögern konnte. Er musste die Flucht ergreifen, bevor Wachen oder Schlimmeres kamen.

Er nahm all seinen Mut zusammen und lief durch den Korridor. Die Stimmen verstummten, als die Wachen ihn sahen. Sie waren sichtlich erschrocken. Sie hatten nicht damit gerechnet, dass der gebrochene und sterbende Mensch wieder völlig geheilt und aus der Gefängniszelle ausgebrochen war.
Dr. Eisenstadt war ebenfalls erschrocken. Nicht nur weil er entdeckt wurde, sondern vielmehr weil es sich bei den Wachen um andere Wesen als Menschen handelte.
Sie sahen viel mehr aus wie Goblins.




Dr. Eisenstadts Herz hämmerte in seiner Brust. Bewaffnete, menschengroße Goblins! Kreaturen aus Mythen und Legenden, die er nie für real gehalten hatte. Jetzt starrten sie ihn mit glühenden Augen und gefletschten Zähnen an.

Er musste fliehen. Instinktiv wandte er sich ab und rannte den Korridor entlang. Die Goblins brüllten und jagten ihm hinterher. Ihre schweren Stiefel hallten auf dem Steinboden.

Dr. Eisenstadt rannte so schnell er konnte, aber die Goblins waren schneller. Sie holten immer mehr auf. In seiner Verzweiflung schloss er die Augen und flehte die Quantenwesen um Hilfe an.

"Bitte", flüsterte er. "Gebt mir die Kraft, zu entkommen."
Die Quantenwesen antworteten “Du kennst die Antwort, Patrick”.

In diesem Moment dachte Dr.Eisenstadt nur daran, am liebsten unsichtbar zu sein.
“Das ist es!” dachte er sich. Aber kann er sich wirkich unsichtbar machen?
“Ja”, antworteten die Quantenwesen.
Dr. Eisenstadt stellte sich vor, wie alle seine Zellen lichtdurchlässig werden, wie das Licht an den Atomen vorbei, durch seinen Körper geleitet wird.
Sein Körper begann wieder mit einem netzartigen Schimmern zu leuchten, bis sein ganzer Körper begann, in einem tiefen Blau in die Unsichtbarkeit zu verschwinden.

Die Goblins riefen vor Überraschung. Sie konnten ihren Gefangenen nicht mehr sehen.
Er rannte an ihnen vorbei und verschwand im Schatten des Korridors.
Die Goblins konnten zwar Laufgeräusche wahrnehmen, aber sie konnten nichts sehen.
In irrer Verwirrung blieben Sie einfach nur stehen und blickten umher, nicht verstehend, was hier geschehen war. 

Dr. Eisenstadt war ein wenig erschöpft, aber er war frei und für den Augenblick in Sicherheit. Er hatte die Goblins überlebt!

Er musste nun einen sicheren Ort finden, um sich zu verstecken und zu überlegen, wie er von diesem unwirtlichen Welt zurück in seine Welt gelangen konnte.

Er wanderte unsichtbar durch das Labyrinth der Gänge, bis er zu einem kleinen Raum kam. Die Tür war halb geöffnet, und ein schwaches Licht drang aus dem Inneren.

Neugierig trat er vorsichtig ein und sah sich in einer Art Bibliothek wieder. Regale voller Bücher und Schriftrollen säumten die Wände. In der Mitte des Raumes stand ein Schreibtisch mit einem aufgeschlagenen Buch.

Es war faszinierend. Er hatte noch nie etwas Vergleichbares gesehen. Während er sich dem Schreibtisch näherte, verlor er seine Unsichtbarkeit.
Er blätterte erstaunt in dem Buch von Seite zu Seite.

Die Seiten waren mit seltsamen Symbolen und Zeichnungen bedeckt. Dr. Eisenstadt verstand kein Wort, aber er spürte, dass dieses Buch voller Wissen und Macht war.

Er war so in das Buch vertieft, dass er nicht bemerkte, wie sich die Tür hinter ihm öffnete. Ein Goblin stand im Türrahmen, ein Kurzschwert in der Hand.

Dr. Eisenstadt wandte sich um und sah den Goblin mit seinen glühenden Augen an.
Erschrocken hob er reflexartig seine Hände und streckte Sie Richtung Goblin, um sich daran zu erinnern, was er mit den Scharnieren der Gefängnistür machte.

Eine Druckwelle durchdrang den Raum und schleuderte den Goblin mit starker Wucht aus dem Raum gegen die Wand im Korridor.

Der Goblin krachte zu Boden und blieb regungslos liegen.
Dr. Eisenstadt war fassungslos. Er hatte den Goblin einfach so besiegt.

Er wusste jetzt, dass er die Macht hatte, sich zu verteidigen.
Ungewiss war nur mehr, wie er zurück in seine alte Welt kommen würde,
und was ihm sonst noch in dieser neuen Welt begegnen könnte.